Auch dieses Gemälde trägt im Titel die Hommage an einen der bedeutendsten Stifter der Pinakothek, Graf Gian Giacomo Attandolo Bolognini, in dessen Mailänder Haus sich fast zweihundert Gemälde befanden, die alle der Stadt Mailand gestiftet wurden. Das Werk schlägt ein vielgefragtes Thema vor und wird von den großen Meistern der Renaissance in verschiedenen Variationen behandelt. In dieser frühen Version hat Correggio die Lektion von Leonardo im Sinn, dessen sentimentale Werte er assimilierte, und von Raffael, von dem er die Pyramidenstruktur der Komposition übernahm. Der Marmorpilaster, ein Verweis auf die klassische Welt, leitet die intime und nachdenkliche Darstellung ein, die die Madonna mit ihrem Sohn und dem heiligen Johannes verbindet, verbunden durch einfache Gesten und den intensiven Blickwechsel. Neben den Figuren spielt die Landschaft eine nicht untergeordnete Rolle und bietet einen Anblick, der dem Heimatland des Malers wohl nahe kommt. Die weichen Töne der Farben, die Intensität der schattierten Bereiche, die gelassene Gelassenheit der Figuren unterstellen ein starkes Gefühl der Panik im religiösen Subjekt.