ab 13 März bis 5 Juli 2026
Wierschs Praxis setzt sich mit Populärkultur, Kino, Fernsehen und den Vorstellungen von Geschichte auseinander, die durch ihre Perspektive als in Deutschland geborene Künstlerin mit berberischer und arabischer Abstammung gefiltert werden. In einem Spannungsfeld zwischen Autobiografie und Fiktion wirft ihre Arbeit Fragen zur nationalen und kulturellen Zugehörigkeit aus postmigrantischer Perspektive auf und inszeniert Geschichte als ein instabiles Feld von Projektion, Beweis und Rollenspiel. Der Hauptbestandteil ihrer Produktion besteht aus Puppenfiguren, die die Künstlerin iterativ reaktiviert und neu formuliert in einer Vielzahl von Charakteren aus der Popkultur, der Geschichte oder ihren eigenen Lebenserfahrungen.
Atlas Studios geht auf Wierschs Recherche zur Figur des Hannibal ein, des karthagischen Generals, der erfolglos versuchte, Rom zu erobern, und auf die Wege, wie das Kino ihn und die Geschichte des Römischen Reiches dargestellt hat. Hannibal bezieht sich auch auf die Wohnanlage aus den siebziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld, wo die Künstlerin aufgewachsen ist, genannt Hannibal II. Das Zusammenführen dieser beiden Geschichten bildet den Ausgangspunkt, um Hannibals Route über die Alpen und durch die anhaltenden Mythologien des antiken Imperialismus nachzuvollziehen, was es ihm in gewisser Weise ermöglicht, letztendlich sein Ziel zu erreichen.
Die Ausstellung verwandelt die Villa Maraini in eine Reihe von filmischen Backstage-Bereichen, die von den Atlas Studios in Ouarzazate, Marokko, inspiriert sind, wo seit den achtziger Jahren zahlreiche internationale Filmproduktionen ihre Visionen der Antike, des Imperiums und des Exotismus inszeniert haben. Die Ausstellung entwickelt sich wie eine Abfolge von Umgebungen, die das Apparatewesen des Filmemachens evozieren - Sets, Kostüme, Lichter und Probebereiche - und gleichzeitig die Mechanismen aufzeigen, durch die Geschichte im Laufe der Zeit konstruiert, dargestellt und perpetuiert wird.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Wierschs Protagonisten: Puppenähnliche Figuren, die hybride und instabile Identitäten verkörpern. Weder vollständig belebt noch unbelebt tragen diese Charaktere die Zeichen von Migration, Trauma und Konflikt. Eingebettet in konstruierte Szenarien schwanken sie zwischen historischen Figuren, engagierten Schauspielern und Ausstellungsbesuchern: Beim Durchqueren der Räume der Villa können wir so auf die legendäre berberische Königin Kahina treffen, einen Arbeiter, der dabei ist, die Fresken des Gebäudes neu zu streichen, oder Gertrude Bell und ihr Kamel, das frei an Nicole Kidman in Queen of the Desert erinnert. Diese Präsenzen, die den Blick der Betrachterinnen und Betrachter auf sich ziehen, verweisen auf überlieferte Erzählungen über Macht und Andersartigkeit und zeigen, wie Identitäten kontinuierlich durch Wiederholung, Performance und institutionelle Rahmen produziert werden.
Via Ludovisi, 48, Rom, Italien
Öffnungszeiten
| öffnet - schließt | letzter Einlass | |
| Montag | Jetzt geschlossen | |
| Dienstag | Jetzt geschlossen | |
| Mittwoch | 14:30 - 18:30 | |
| Donnerstag | 14:30 - 20:00 | |
| Freitag | 14:30 - 18:30 | |
| Samstag | 11:00 - 18:30 | |
| Sonntag | 11:00 - 18:30 |
Führungen Montag 15.00, 16.00 Uhr
Nur mit Reservierung (Italienisch, Deutsch und Englisch)
Preis: 5 € pro Person
Der Besuch des Turms ist nicht gestattet.
ab 14 März bis 4 Oktober 2026
SPUREN
Villa Bernasconi, Cernobbio
Artsupp Card: Museum + Ausstellungen 5.00 €
ab 19 Juni bis 19 Juli 2026
Streicheleinheiten im Regen. Francesca Chiola und Stefania Delli Compagni.
Genesis Raum, L'Aquila