ab 25 Februar bis 4 Mai 2026
Von 25. Februar bis 4. Mai 2026 präsentiert die Villa Medici Fotoromanzo, die erste institutionelle Ausstellung in Italien der französischen Künstlerin Nicole Gravier, Pionierin des visuellen détournement von Mediabildern.
Geboren in Arles im Jahr 1949, nutzt Nicole Gravier Fotografie, um Stereotypen der Massenkommunikation zu analysieren und zu dekonstruieren. Seit den frühen siebziger Jahren in Italien ansässig, zuerst in Rom und dann in Mailand, interessiert sie sich besonders für den Einfluss des Fotoromans auf die Populärkultur.
In der Serie Miti & Cliché: Fotoromanzi übernimmt die Künstlerin die Codes des italienischen Fotoromans der 70er Jahre durch Inszenierungen, die mit Ironie repetitive Posen, stereotype Verhaltensweisen und Klischees des Genres verzerren. Ihre Arbeit lädt dazu ein, die patriarchale Erzählung von Bildern zu dekonstruieren, die auf der Unterordnung von Frauen und dem Ideal der Verwirklichung durch Liebe und Ehe basiert.
Die Serie Miti & Cliché: Werbung setzt diesen Weg fort, indem sie Bilder der Massenkultur manipuliert, insbesondere der Mode- und Frauenpresse. Die Künstlerin demystifiziert normative Modelle von Glück, Schönheit und Erfolg, die von einer Gesellschaft vermittelt werden, die immer noch stark von Konformismus durchdrungen ist.
Durch gleichzeitig ironische und subtile stilistische Codes vertritt Nicole Gravier entschiedene sozialpolitische Positionen. Ihre Arbeit gehört zur Strömung der "semiotischen" Kunst. Wie Roland Barthes in Fragmente eines Liebesdiskurses (1976) hinterfragt Nicole Gravier, wie Zeichen Bedeutung erzeugen, Mythen schaffen und sich für détournement eignen. Indem sie Bilder ausschneidet, neu zusammensetzt, umgestaltet und stört, hebt die Künstlerin die Gemeinplätze visueller Erzählungen hervor, bringt den Text ins Wanken und enthüllt humorvoll die Prozesse der Konstruktion der Weiblichkeitsfiktion. Ihr Handeln beleuchtet die Mechanismen symbolischer Dominanz und fordert den Betrachter auf, zu hinterfragen, was er zu sehen glaubt. Ihre Arbeit findet einen besonderen Widerhall in der italienischen feministischen Revolution der siebziger Jahre, die die Macht von Sprache und Bildern in Frage stellt, inspiriert von Künstlerinnen und Theoretikerinnen wie Carla Lonzi, Mirella Bentivoglio und Tomaso Binga.
Viale Trinità dei Monti, 1, Rom, Italien
Öffnungszeiten
| öffnet - schließt | letzter Einlass | |
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| Sonntag | 09:30 - 19:00 | 18:30 |
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