ab 5 März bis 29 Juni 2026
Innen Tag. Eine junge Frau im Profil, im Hauskleid, liest einen Brief, den sie mit beiden Händen hält. Ein kaltes, bläuliches Licht breitet sich im Raum aus, vielleicht gefiltert durch ein unsichtbares Fenster. Die Möbel sind einfach: einige dunkle Holzstühle mit Messingnieten, ein Tisch bedeckt mit einem Tuch, auf dem eine Perlenkette, ein Blatt - vielleicht ein weiterer Brief - und eine offene Schachtel liegen, als ob sie gerade durchsucht worden wäre.
Das Mädchen, mit hochgesteckten Haaren, scheint schwanger zu sein, wie die weiche Rundung des Bauches und die blaue Jacke - eine beddejak, eine Schlafjacke - vermuten lassen, die mit kleinen Schleifen in derselben Farbe geschlossen ist.
Hinter ihr ist die Wand teilweise mit einer großen Landkarte bedeckt.
Die Protagonistin ist ganz vertieft in die Lektüre; der Beobachter ist von dieser privaten Szene ausgeschlossen, die in einer dichten Stille schwebt. Nichts wird enthüllt, alles bleibt zurückgehalten: Fragen tauchen auf, ohne Antworten zu finden. Was enthält dieser Brief? Wer hat ihn geschrieben? Und warum hält die junge Frau das Blatt so fest?
Mit der Ausstellung der Dame in Blau, die einen Brief von Vermeer liest, aus dem Rijksmuseum in Amsterdam und ab dem 5. März bis zum 29. Juni 2026 im Palazzo Madama zu sehen ist, beginnt die Begegnung mit dem Meisterwerk, eine neue Ausstellungsreihe, die den großen Protagonisten der Geschichte der antiken und modernen Kunst gewidmet ist. Zum ersten Mal empfängt Turin ein Gemälde von Vermeer: eine außergewöhnliche Gelegenheit, die es dem Publikum ermöglicht, direkt mit einem der absoluten Höhepunkte der europäischen Malerei des 17. Jahrhunderts in Kontakt zu treten.
Nicht nur einfache "hervorragende Leihgaben", sondern echte wissenschaftliche und kulturelle Vertiefungsprojekte, die als narrative Geräte konstruiert sind, um Wissen zu generieren, den interdisziplinären Dialog anzuregen und neue Leseperspektiven des Erbes zu eröffnen.
Die Ausstellung bietet eine Lesart von Vermeer und seinem Werk nicht nur als Meister des Lichts und der häuslichen Innenräume, sondern auch als Autor einer authentischen "mentalen Malerei", Ergebnis einer optischen und konzeptuellen Revolution, die die niederländische Kultur des 17. Jahrhunderts durchdringt.
Piazza Castello, Turin, Italien
Öffnungszeiten
| öffnet - schließt | letzter Einlass | |
| Montag | 00:00 - 00:00 | |
| Dienstag | 10:00 - 18:00 | |
| Mittwoch | 10:00 - 18:00 | |
| Donnerstag | 13:00 - 21:00 | |
| Freitag | 10:00 - 18:00 | |
| Samstag | 10:00 - 18:00 | |
| Sonntag | 10:00 - 18:00 |
Freitag, 24. Dezember GEÖFFNET von 10 bis 14 Uhr (nachmittags geschlossen)
Samstag, 25. Dezember GESCHLOSSEN
Freitag, 31. Dezember GEÖFFNET von 10 bis 14 Uhr (nachmittags geschlossen)
Samstag, 1. Januar GEÖFFNET von 14 bis 18 Uhr (morgens geschlossen)
Donnerstag, 6. Januar AUSSERGEWÖHNLICHE ÖFFNUNGSZEITEN von 10 bis 21 Uhr